Tone Schmid

Tone Schmids Betätigungsfelder reichen von Kinetik-, Klang- und Licht-Objekten hin zu Aktionen, die das Thema Verformung (z.B. Kunststoff, Schaumstoff, Blech …) bzw. Vergänglichkeit (auch: Eis-Arbeiten) und Entschleunigung umsetzen. In der Auseinandersetzung mit politischen und sozialen Missständen und deren Auswirkungen auf das Individuum will er selbst Position beziehen und auch den Betrachter zum Agieren motivieren. Die verwendeten Materialien und Techniken (Reststoffe, Fundstücke, Assemblagen, ready-mades) stehen hiermit in direkten Zusammenhang, da eines seiner Anliegen auch der Kampf gegen den Konsumwahn und die Vergeudung von Ressourcen ist.

Tone Schmid’s assembled sculptures are often kinetic ones, sometimes producing sound or light effects. He’s also an action-artist dealing with the idea of transformation (e.g. plastic, tin, nylon foam) and futility (ice in the process of melting). Tone Schmid is aware of his responsibility as an artist to fight against political and social injustices. That’s why he wants to make the spectator think, stand up and act. It’s therefore completely logical that his favourite material are “found objects”- “junk” and “scrap”- as one of his primary aims is to raise people’s awareness concerning the excessive use and waste of our natural resources.

 ZUM MZ-ARTIKEL ZUR

 AUSSTELLUNG L'OBJET TROUVE;   REIHE ASPEKTE

zum Artikel zur Einzelausstellung in der KUNSTHALLE PERTOLZHOFEN 2016; ONETZ

Zu "Kunstwerke mit Persönlichkeit" (Artikel von Susanne Wolke)

 ... Tone Schmids „Justizia“, eine Plastik aus Plastik, die indes wie makelloses, glänzend weißes Porzellan anmutet. Der Künstler verrät, wie sie entstanden ist: die Produktionsmaschine einer Plastikfabrik wurde zu spät ausgeschaltet, das Ergebnis war ein unbeabsichtigtes, unbrauchbares Stück Plastik, das Tone Schmid vor dem Müllcontainer gerettet hat. Unverkennbar die alte Büste der Gerechtigkeit mit der Augenbinde als Zeichen der Unparteilichkeit, ironisch verfremdet durch die höhere Gewalt des Zufalls und der Willkür. (Florian Sendtner; mz)

zum Artikel zur Einzelausstellung in der SIGISMUNDKAPELLE REGENSBURG 2008; MZ 

zum MZ-Artikel von F. Sendtner über das Künstlersymposium in Neukirchen 2016

Zeitschrift mit Artikel über Tone Schmid

Publikumspreis KÜNSTLERWETTBEWERB

"Blaue Nacht" NÜRNBERG 2013

... Fasziniert waren die Blaue Nacht Flaneure mit ihren blau blinkenden Unterstützerbuttons an Garderobe oder Ohrläppchen dagegen von der Klanginstallation Oktaktum des Oberpfälzers Tone Schmid in der Ehrenhalle des Germanischen Nationalmuseums. Ein Bewegungsmelder löst Wassertropfen aus, die in eines von acht unterschiedlichen Metallgefäßen fallen und ein fesselnde Klangkulisse schaffen. ..." (zum ganzen Artikel)

Blaue Nacht mit Tone Schmid
 ... Nur wenige Meter weiter will Tone Schmid aus Weiden öffentlich provozieren mit seinen Installationen. Er ist Kulturpreisträger dieses Jahres. "Wigg" Bäuml, Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler Oberpfalz, freut sich. "Das ist Zeit geworden für Tone", sagt er. Barrierefreiheit für den Wiesauer Bahnhof und für menschliche Köpfe hat sich Tone Schmid in seinen Kopf gesetzt. Der Rollstuhl an Luftballons soll die, die das nicht allein schaffen, über die Gleise gleiten lassen. Eine Karikatur, sarkastisch-böse gemeint. "Für die sportlichen Rollstuhlfahrer habe ich eine Sprungschanze gebaut", sagt Tone Schmid zum Unvermögen der Bahn, Wiesaus Bahnhof barrierefrei zu machen. "Wichtig ist, dass die Leute selbst nachdenken", ist das Anliegen des Preisträgers. ...

... Trotz allem: Nehmen Sie kein Gewehr mit zur Vernissage in der Kebbelvilla! Auch wenn dieser Hirsch unbestreitbar aggressiv ist. Wenn Sie unvorsichtigerweise in seine Nähe kommen, stößt er ein unheimliches Röhren aus, halb Brunftgeschrei, halb maschinelles Lärmen, und stößt seine beiden Geweihhälften so heftig aneinander, dass es kracht.

Der Hirschtorso samt Häuschen, der da an der Wand der Kebbelvilla hängt, stammt aus der Werkstatt von Tone Schmid. Diese – ja, was? – Plastik oder Installation ist vertrackt, roh, bezeugt hintergründigen Witz, vielleicht sogar schwarzen Humor, und ist zweifellos das Paradestück unter den Neuerwerbungen dieses Jahres: ein Hirsch, der dem Menschen den Spiegel vorhält und in seiner ureigenen Sprache eine Art Tiefendiskurs mit uns (ver-)sucht.(H. Hein, MZ)

zum Artikel von S. Wolke: herrschaftszeiten 2007, Stadtkunst Regensburg

JAHRESAUSSTELLUNG 2018 des Kunstvereins Ebersberg e. V.    >mehr

Auch hier ein Link zur großen Politik und den Schwächen ihrer Vertreter, Tone Schmid, bissig, perfekt und zeitlos wie immer, zeigt in seiner kinetischen Arbeit „Trump-Tower“ den Politiker in bester Dada- und Surrealismus-Manier als männlich phallokratisches Räderwerk, das im Falle des US-Präsidenten offensichtlich nicht richtig funktioniert. Es ist bestürzend, mit zu erleben, wie das perfekte Getriebe, der mechanische Supermann versagt, da, wo man die ausposaunte Spitze erwartet, erscheint statt einer heroischen Erektion ein nur allzu menschliches Wanken und Schwanken, mit dem wir keinen Krieg gewonnen hätten.

„Wer zähmt das wilde Pony?“ ist eine Paraphrase auf den Narzissmus, Zähmung könnte denkbar sein und das heißt, ein Ende des Selbst-Errors könnte denkbar sein, wenn sich der Bannkreis der Selbstbespiegelungen aufbrechen lässt. Aber besser Sie fassen das drehbare Objekt nicht an, es ist äußerst zerbrechlich. Wolfgang Herzer über T. Schmids Beitrag in "Passt" 2017, Kunstverein Weiden

Tone Schmids Hund Clooney
zum Artikel über das Künstlersymposiium der "Bahner" in Friesland, Juni 2018

TONE SCHMID
ist ein Perfektionist, seine Skulpturen sind oft Maschinen, neuerdings beweglich, manchmal überraschend schnell und erschreckend heftig ("es könnte auch zu Verletzungen kommen"). Perfekte Assemblagen aus gefundenem und gesuchtem Material, aus Metall, Kunststoffen. Gummi, Leder und mehr finden Verwendung. Sie evozieren figurative Anmutungen, sie sehen machmal aus, wie Maschinenmenschen, Roboter, wie Cyborgs. So stellt man sich das Kabinett der Menschenderivate und der Zugerichteten vor. Es wird auch düstere Werke und Installationen von Tone Schmid zu sehen geben. Er ist ein tiefernster Künstler, der etwas zu sagen hat. Aber auch der Witz, den er in seine Arbeiten einfliessen lässt, ist da und er ist exakt gesetzt.

(Pressetext zur Ausstellung mit JÜRGEN HUBER im KUNSTVEREIN GRAZ).

Neue Attraktion am Hermannsberg, MZ, Oktober 2018 (zur Einweihung des Skulpturenpfads "Franziskusweg")

 Beteiligung an Großer Ostbayerischer Kunstausstellung 2019 in Regensburg

zu Gabriele Mayers Text in der MZ

 

" ... Tone Schmid ist mit Pinienzapfen, die sich in einen Betonbrocken hinein- oder herausgesprengt haben, dabei. In mehreren Exponaten kommen die Natur und das Ländliche zur Geltung, beides spielt in der ostbayerischen Kunst eine fundamentale, aber bedauerlicherweise abnehmende Rolle. ..."

Wolfgang Herzer, Kunstverein Weiden, 

über AUTOPNEUMA, 2020: 

Tone Schmid. „Was ist es nur, das das heutige Zuhause so anders, so anziehend macht?“ fragt Richard Hamilton 1956, und in seiner berühmten Collage, mit der er das fragt und die Anfänge der Konsum-Kritik und die english Pop-Art einläutet, kommt ein Staubsauger vor, mit endlosem Schlauch. Warum ich das erzähle? Dem Geröchel nach, das Tone Schmids undurchschaubares pneumatisch-kinetisches Objekt verlässt, könnte er dieser Sauger sein, der nach langer kunsthistorischer Reise im kuriosen Mobil des Oberpfälzers angekommen und als Motorteil eingebaut ist. Als Pendant dazu komme ich auf das Luftmuseum von Wilhelm Koch im nahen Amberg und auf das damit konzeptionell verbundene Tempelprojekt, das nicht weit davon bei Etsdorf realisiert werden soll. Damit würde die kunsthistorische Strecke entschieden länger werden. Um den Zwischenraum zwischen Alpha und Omega. Es geht dabei um eine modernisierte Replique des antiken Demokratie-Sieges-Tempels, der sich bald vom Europa-Geist durchtränkten böhmischen Seelen-Wind im Sinne des demokratischen Fortschritts belüften lassen soll. Was sich unter dem Titel „ Autopneuma – oder der Verlust der Selbstverständlichkeit“ die nächsten 12 Wochen lang über die Böden des KV an der Langen Leine des Stromkabels bewegt, scheint allen Optimismus in dieser Sache hinter sich lassen zu wollen, kann aber auch bezaubern. Funktionell besehen ist es ein Fahrzeug, technisch besehen ist es eine Brikolage, eine Bastelei, was nach Claude Levis Strauss jedoch höchste, überhöhte Ingenieurskunst bedeutet. Diese versteht es, jenseits der Vorgestanztheit alles, aber auch wirklich alles, als weiter verwendbare Wertstoffe zu gebrauchen. Die atemberaubende Kombination, die hier diesem Prinzip entspringt, ist aus HolzDeichsel, Blasebalg und Staubsauger-Motor, aus unterschiedlich großen Rädern, einem Fahrrad - Rad und Rollstuhl - Rad, aus einer metallenen Bein-Gelenk-Prothese, die in einer Kork-Einlage endet und durch Press-LuftTechnik bewegt wird. Alles weitere überschreitet den Maschinenbau - spezifischen Horizont des Kurators, nicht ohne Ahnungs-und Erinnerungs-Fluten auszulösen, wo das ganze kunstvoll verbaute Zeug herkommen könnte. Bei all diesen, Nähe herstellenden Betrachtungen fing ich an das Ding lieb zu gewinnen und in seinem Innersten, da wo ich die hölzerne Deichsel in ihrer herkömmlichen Verbindung mit Menschen und Tieren imaginierte, meinte der Kurator in mir das Echo von Pulsschlag und Seele zu vernehmen. Auch der Gedanke an die Antike, in der alles heutige Denken vorgedacht wurde, will sich noch nicht verabschieden. Was für ein wackeres Fahrzeug!, was für ein rührender Cyborg; mit seinem einen Bein, mit dem er in allerbester Beckett-Manier die Bodenlosigkeit abzirkelt, gibt er nicht nach. Die Betrachter sind fasziniert, können den Blick nicht lösen, fragen sich, wie lang noch, sie sehen in der Stetigkeit des Geschehens und in der scheinbar unerschöpflichen Energie die Einsamkeit des historischen Langstreckenläufers. Wer bist Du?, fragen die Betrachter/innen, die in die Nähe seines tastenden, Zukunft heranziehenden Merklin-Modell - Eisenbahn – Metall - Bau -Teile-Beines geraten. Im Zischen der Pressluft gibt es eine unüberhörbare Antwort: Der Marathon - Läufer. Er läuft und läuft und läuft und läuft ...

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